Dabu Flow AG
DabuSoft Pro Handbuch

Konditionen eines Kunden

Du vereinbarst mit einem Kunden fünf Prozent auf eine Warengruppe und trägst den Rabatt bei ihm unter «Rabatte» ein. Am nächsten Tag ruft er an: auf der Rechnung von gestern steht nichts davon.

Nichts ist kaputt. Die Rechnung von gestern hat ihre Konditionen bekommen, als sie entstand — und was du heute beim Kunden änderst, gilt ab dem nächsten Beleg. Diese Seite zeigt, welche Stufe wann wirkt, was am Beleg festgehalten ist und warum ausgerechnet die Adresse die Ausnahme macht.

Die Kette läuft in eine Richtung

Was du änderst
Wohin es wirkt
Richtung
«Konfiguration › Auftragsbearbeitung» und «Konfiguration › Buchhaltung»
auf jeden Beleg, bei dem der Kunde selbst nichts hinterlegt hat
vorwärts
Kunde, Reiter «Konditionen»
auf jeden Beleg, der ab jetzt entsteht — was hier steht, schlägt die Grundeinstellung
vorwärts
Der Beleg selbst
auf diesen einen Beleg
hier endet die Kette

Vorwärts heisst: bestehende Belege behalten, was sie haben. Jede Stufe ist ein Vorschlag für die nächste, keine Vorschrift — und jede lässt sich an ihrem Platz überschreiben. Soll der Rabatt auf einer Rechnung stehen, die es schon gibt, gehört er an diese Rechnung, nicht an den Kunden. Die eine Ausnahme ist der Schalter «Rabatt darf nicht manuell geändert werden» — siehe unten.

Und eine leere Stelle erzeugt keine Lücke: hinterlegst du beim Kunden nichts, holt sich der Beleg den Wert direkt aus «Konfiguration › Auftragsbearbeitung» oder «Konfiguration › Buchhaltung». «Beim Kunden steht nichts» heisst also nicht «der Beleg bekommt nichts», sondern «der Beleg bekommt die Vorgabe des Betriebs».

Ein eigener Preis für einen Kunden

Im Reiter «Individuelle Preise» hinterlegst du Preise, die für diesen einen Kunden gelten. Jede Zeile trägt «Art.-Nr.», «Art.-Nr. Kunde», «Bezeichnung», «Währung», «Anzahl» und «Preis». Über das Plus links im Spaltenkopf legst du eine Zeile an.

Die Spalte «Anzahl» ist eine Staffel: derselbe Artikel darf mehrmals in der Liste stehen, je Menge mit einem eigenen Preis. Bleibt sie leer, gilt der Preis für jede Menge.

«Art.-Nr. Kunde» ist die Nummer, unter der der Kunde denselben Artikel führt — nicht eure. Das ist mehr als eine Notiz: die Nummer steht auf der elektronischen Rechnung, damit der Kunde die Position seinem eigenen System zuordnen kann.

Einen zeitlich begrenzten Aktionspreis gibt es hier nicht, und das ist Absicht: entweder läuft eine Aktion für alle, oder du vereinbarst mit einem Kunden feste Preise. Beides zugleich am selben Ort wäre nicht mehr nachvollziehbar.

Preise exportieren und zurückspielen

Wer viele Preise auf einmal ändert, tut das nicht Zeile für Zeile. Das Menü im Listenkopf führt «Preise exportieren ...» und «Preise importieren»: du holst die Liste als Tabelle heraus, änderst sie in der Tabellenkalkulation und spielst sie zurück.

Beim Export fragt dich ein Fenster nach der «Sprache» und nach zwei Schaltern: «Mehrere Preise in Spalten» und «Tabelle ‹PREIS› exportieren». Die Datei trägt danach eine Zeile je Preis und sieben Spalten: die Artikelnummer in beiden Fassungen — eure und die des Kunden —, den «Barcode», die Bezeichnung, «Währung», «Preis» und «Anzahl». Genau die Felder, die diese Liste führt, und keines mehr.

«Hinzufügen»
Die Zeilen der Datei kommen zusätzlich dazu. Dieselbe Datei zweimal hinzugefügt, und jeder Preis steht doppelt in der Liste.
«Ersetzen»
Die bestehenden Preise dieses Kunden werden weggeworfen und durch die Datei ersetzt. Was nicht in der Datei steht, ist danach nicht mehr da.
Der Zuordnungsdialog beim Preisimport: oben links «Abbrechen», daneben die zwei blauen Tasten «Hinzufügen» und «Ersetzen». Darunter eine Zeile mit einem Auswahlmenü je Spalte, in der das Zielfeld steht — «Art.-Nr. Kunde», «Art.-Nr.», «Barcode», dann eine Spalte ohne Zielfeld, «Währung» und «Preis». Darunter die drei Zeilen der Datei; die vierte Spalte führt Werte, obwohl ihr kein Zielfeld zugewiesen ist.AbbrechenHinzufügenErsetzenArt.-Nr. KundeArt.-Nr.BarcodeWährungPreis123s10Supportpaket 10CHF100456s25874123456789Supportpaket 25CHF200789s50Supportpaket 50CHF300
Der Zuordnungsdialog: oben die zwei Tasten, darunter je Spalte das Zielfeld. Die vierte Spalte führt Werte und hat keines — sie wird beim Import übergangen.

Es geht auch ohne das Menü: zieh die Datei auf die Liste. Der Zuordnungsdialog öffnet sich genauso, mit denselben zwei Tasten.

Ein Rabatt für ein einzelnes Sortiment

Im Reiter «Positions-Rabatte» hinterlegst du Rabatte, die nicht für alles gelten, sondern für einen Teil des Sortiments. Jede Zeile trägt einen «Rabatt», dazu eine «Anzahl» und drei Zuordnungsspalten: «Kostenstelle», «Kategorie» und «Ertragskonto».

Die drei Spalten heissen so, wie das Rechnungswesen sie nennt, sind aber frei belegbar. In der Praxis führt «Kostenstelle» die Marken oder Sortimente eines Betriebs — was dort steht, entscheidet ihr, nicht das Programm. Mehrere Zeilen über dieselbe Spalte kommen sich nicht in die Quere: eine Position gehört zu genau einer «Kostenstelle», also greift auch genau eine Zeile. So bekommt jede Marke ihren eigenen Satz, und ein Ausverkaufssortiment einen höheren als das laufende.

Oben rechts sitzt der Schalter «Rabatt darf nicht manuell geändert werden». Steht er an, ist der hinterlegte Satz erzwungen: am Beleg lässt er sich nicht mehr von Hand übersteuern. Das ist die Ausnahme zur Regel weiter oben, dass jede Stufe an ihrem Platz überschreibbar ist — und der Grund, warum zwei Kunden mit demselben Aufbau verschieden reagieren.

Was am Beleg festgehalten ist

Was einmal am Beleg steht, bleibt dort. Zahlungsfrist, Währung, Sprache und Bankverbindung sind beim Entstehen des Belegs hineingewandert und rühren sich nicht mehr, wenn du beim Kunden etwas umstellst. Dasselbe gilt für die Beträge: die Konditionen des Belegs und sein Total sind festgehalten. Solange du den Beleg nicht neu rechnen lässt, bewegt sich nichts daran.

Eine Sache setzt die Kette doch noch einmal in Gang: wechselst du an einem Beleg den Kunden oder den Rechnungsempfänger, kommen dessen Konditionen frisch. Frist, Währung und Tarif gehören dem Kunden, nicht dem Beleg — und wenn der Kunde wechselt, wechseln sie mit.

Das Festhalten hat einen Nutzen, der weit über den Tag hinausreicht: jede Zeile einer Rechnung trägt ihren Ansatz, ihre Grundlage und ihre Verbuchung bei sich. Eine Rechnung von vor drei Jahren lässt sich deshalb Zeile für Zeile nachrechnen — auch dann, wenn die Konditionen des Kunden seither mehrfach geändert wurden. Was du heute umstellst, wirkt auf neue Belege; die alten erklären sich weiterhin aus sich selbst.

Die Adresse ist die Ausnahme

Eine Sache steht nicht fest, und sie überrascht regelmässig: die Adresse. Der Beleg merkt sich, an wen er geht und in welcher Form — die Anschrift selbst holt er sich bei jedem Blick neu. Zieht ein Kunde um, zeigt dir deshalb auch eine drei Jahre alte Rechnung am Bildschirm die neue Adresse. Wie sie damals verschickt wurde, steht im archivierten PDF; das ist der verbindliche Stand.

Dass die Adresse aus der Reihe tanzt, hat einen Grund aus dem Alltag. Die Buchhaltung des Kunden verlangt eine Korrektur an der Anschrift, damit sie dieselbe Rechnung annehmen kann. Du änderst die Adresse beim Kunden, gehst zurück zum Beleg und verschickst ihn erneut — und genau das soll gelingen. Eine Adresse wird berichtigt, eine Kondition wird neu vereinbart. Darum wirkt die eine rückwirkend auf alles und die andere ab dem nächsten Beleg.

Wenn nichts oder das Falsche herauskommt

Der Rabatt beim Kunden steht nicht auf der Rechnung
Zwei Gründe, in dieser Reihenfolge geprüft. Erstens: steht er noch beim Kunden — ein Landwechsel kann ihn ersetzt haben (Warnkasten oben). Zweitens: wann ist die Rechnung entstanden. Für eine Rechnung, die es schon gibt, trägst du den Rabatt an dieser Rechnung ein.
Auf dem Beleg steht eine Frist, die du beim Kunden nirgends findest
Dann ist beim Kunden nichts hinterlegt, und der Beleg hat die Vorgabe des Betriebs geholt — aus «Konfiguration › Auftragsbearbeitung» oder «Konfiguration › Buchhaltung».
Auf einer alten Rechnung steht die neue Adresse des Kunden
So ist es gebaut, und zwar mit Absicht — siehe «Die Adresse ist die Ausnahme». Der Stand, der verschickt wurde, liegt im archivierten PDF.
Die Zahlungsfrist steht auf dem Beleg, wird aber nicht gerechnet
Dann steht sie im Textfeld «Liefer- und Zahlungsbedingungen» und nicht in den Zahlenfeldern daneben.

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